David Foenkinos – Zum Glück Pauline

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ZUM GLÜCK PAULINE ist wohl die Geschichte von vielen. Nämlich jenen, die ständig zum Arzt rennen, ohne zu erkennen, dass ihre Krankheiten eigentlich von „innen“ kommen, aus Unzufriedenheit, Frust und unerfüllten Wünschen.

Der Protagonist, der namentlich nicht genannt wird, ist verheiratet, hat einen guten Job, der ihn jedoch nicht mehr ganz so ausfüllt, seine zwei Kinder führen ihr eigenes Leben und seine Frau verändert sich zusehends bis sie ihm plötzlich mitteilt, dass sie sich scheiden lassen möchte.

Witzigerweise sind die Kapitel in dem Buch nach „Intensität der Schmerzen“ du „Gemütslage“ überschrieben und während der namenlose Held seinen Kollegen attackiert, seinen Job daraufhin verliert, zuhause auszieht und in vielerlei Hinsicht neue Wege geht lassen seine Rückenschmerzen immer mehr nach.

Die alltäglichen Probleme, das Entgleiten seiner Kinder, das Mobbing auf der Arbeit und die immer vorhandenen Rückenschmerzen zelebriert der Autor jedoch mit einer Intensität, dass man selbst schon in sich hineinhorcht auf der Suche nach einem Zwicken oder einer Verspannung. Und haben wir nicht alle irgendeine Last, die wir täglich mit uns herumtragen?
Den ungeliebten Kollegen, den Alltags – Trott oder die Freunde, die nur noch nerven? Horcht mal in euch rein!

Mir fehlte, und das will ich euch definitiv nicht vorenthalten, es an Spannung, wenn auch Foenkinos eine durchaus poetische Sprache besitzt, die Bilder im Kopf entstehen und zuweilen die Zeit vergessen lässt, aber die  Handlung auf die der Titel hinweist begann erst im letzten Segment des Buches und plätscherte  dann ohne Umschweife vor sich hin.
Man sah sich, traf sich wieder und landete im Bett. Rückenschmerzen adé – Buch zu Ende!

Eines jedoch gibt Foenkinos mit auf den Weg: in sich hineinhören, Zeit zum Durchatmen nehmen und Ballast abwerfen heilt mehr als jeder Arzt!
©Ricarda Ohligschläger

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