Anne Jacobs – Die Töchter der Tuchvilla

Im März habe ich euch „Die Tuchvilla“ von Anne Jacobs vorgestellt.

Wer Herzgedanke auf Facebook aufmerksam verfolgt weiß, dass ich damals direkt im Anschluss des ersten Bandes den Folgeband (den man übrigens auch separat lesen kann!) gekauft habe. Jetzt erst bin ich jedoch dazu gekommen ihn  zu lesen.

In „Die Töchter der Tuchvilla“ wird fortgeführt, was in „Die Tuchvilla“ begonnen hat und obwohl es nun schon einige Monate her ist, dass ich die Trilogie begonnen habe, war ich sofort wieder im Geschehen.

Paul und Marie müssen sich trennen, da der Krieg ausgebrochen ist und Paul an die Front muss. Ihnen bleiben nur Briefe und Erinnerungen, und natürlich die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen.

Die Villa der Familie Melzer wird trotz anfänglichem Widerstand des Familienoberhauptes in ein Lazarett verwandelt, wo nicht nur Elisabeth eine Aufgabe findet und somit ihren Schwiegereltern Riccarda und Christian von Hagemann entfliehen kann.

Diese haben sich nämlich bei Elisabeth einquartiert und dreist selbst ihr Schlafgemach in Anspruch genommen. Aus der Not heraus verkaufen sie Elisabeths Mobiliar und sind selbst der Familie Melzer durch ihre aufdringliche Art ein Dorn im Auge. Die Mittel der Familie von Hagemann sind mittlwerweile so knapp, dass sogar Maria Jordan, die eigentlich in deren Haushalt angestellt ist immer wieder zurück in die Tuchvilla kehrt.

Elisabeths Ehe steht eh unter keinem guten Stern. Die Sehnsucht nach einem Kind wächst und zu allem Übel muss sie noch erkennen, dass ihr Mann Klaus nicht der von ihr erträumte Partner ist.

Es gibt sehr viele interessante Entwicklungen in der Fortsetzung und einige Figuren erscheinen plötzlich in einem ganz neuen Licht. Elisabeth zum Beispiel wird mutiger, selbstbewusster und rebelliert sogar gegen ihre Schwiegereltern. Kitty empfand ich teilweise als sehr nervig, kindisch und oberflächlich. Besonders ans Herz sind mir aber Humbert und Hanna gewachsen, die ihre ganz eigenen Erfahrungen  mit dem Krieg, der Liebe und dem Leben machen müssen.

Den Schrecken des Krieges, Hoffnungen, Ängste – all das hat Anne Jacobs gekonnt mit einfließen lassen und ein komplexes Bild des damaligen Lebens geschaffen. Die Sorgen der Herrschaft werden genau so deutlich wie die Nöte der Angestellten.

Anne Jacobs veröffentlichte bereits unter anderem Namen historische Romane. Ihr Schreibstil ist mitreißend, spannend und sehr unterhaltsam. Die über 700 Seiten sind beim Lesen nur so dahingeflogen und ich kann gar nicht anders, als mich auf den nächsten Band zu freuen, der im Dezember unter den Namen „Das Erbe der Tuchvilla“ erscheinen wird.
© Ricarda Ohligschläger

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