Robert Pleyer – Der Satan schläft nie

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Auf die radikal – christliche Sekte der „Zwölf Stämmen“ bin ich erst vor wenigen Wochen durch eine RTL – Reportage aufmerksam geworden und ich kann gar nicht beschreiben, wie viel Wut und Hilflosigkeit ich bei dem Bericht empfand. Das wohl schlimmste war für mich, dass in dieser Gemeinschaft schon die allerkleinsten Kinder gezüchtigt wurden – und die Eltern dies laut ihren eigenen Aussagen „aus Liebe zu Gott“ taten!

Robert Pleyer hat es geschafft sich aus dieser Gemeinschaft zu lösen und beschreibt in seinem Buch „Der Satan schläft nie“ die teils widersprüchliche Denkweise der Glaubensgemeinschaft, seinen Einstieg und seine Erfahrungen schonungslos und detailliert.

20 Jahre hat Pleyer bei den „Zwölf Stämmen“ gelebt, seine Kinder gezüchtigt, seinen eigenen Willen in den Hintergrund gestellt und sich immer wieder fragen müssen, ob er wirklich auf dem richtigen Weg ist.

Dadurch, dass er die Mechanismen dieser Gemeinschaft offenbart, ist schnell klar wieso Menschen in die Mühlen solch einer Sekte geraten. Erzwungene Harmonie, Gehorsam und eigenständiges Denken werden den Jüngern regelrecht abgewöhnt. Noch fataler ist es, wenn Gemeindemitglieder in die Gemeinschaft hineingeboren werden –die Gehirnwäsche fruchtet dann noch intensiver, was der Autor selbst erfahren musste. Seine Ehefrau lebt heute wieder in der Gemeinschaft!

Ich habe dieses Buch mit viel Kopfschütteln und Entsetzen gelesen – und etliche Seiten überblättert, weil ich schon in der TV – Reportage über die Züchtigungen zutiefst erschüttert war. Dass ein Vater sein wenige Wochen altes Kind mit der Rute schlägt war für mich nicht auszuhalten – liegt doch meine eigene 4 Monate alte Tochter beim Lesen meistens selig schlafend neben mir….

Robert Pleyer hat es geschafft auszusteigen. Noch heute kämpft er mit den Regeln und Gebräuchen, die ihm jahrelang vermittelt worden sind. Umso beeindruckender finde ich es, dass er allen Widrigkeiten zum Trotz für seine Freiheit kämpft!
© Ricarda Ohligschläger

 

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Diese „Zwölf Stämme“ finde ich auch ganz furchtbar – ewige Vorgestrige, die unter dem Deckmantel des Glaubens Unrecht tun. Schlimmer noch als die „Zeugen Jehovas“, die ihre Kinder lieber sterben lassen, als Bluttransfusionen,… zuzulassen. Ich hoffe, diese Sekten bekommen mal endlich einen Riegel vorgeschoben.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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