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Mit ‘Knaur’ getaggte Artikel

Eigentlich hat Friederike nur ein paar Wonneröllchen zu viel. Doch dann wird sie bei einem Business-Meeting tatsächlich gefragt, wann es denn so weit wäre! Und weil ihre Antwort etwas missverständlich ausfällt, starren plötzlich alle auf ihren Bauch, der jetzt keine Problemzone mehr ist, sondern heilige Brutstätte. Natürlich will sie das Missverständnis baldmöglichst aufklären. Doch irgendwie ergibt sich kein geeigneter Moment für die Wahrheit. Und schon hat sich Friederike in ein Lügengeflecht verstrickt, aus dem sie einfach nicht mehr herauskommt …
(Kurzbeschreibung laut amazon)

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht so recht wo ich anfangen soll. Als ich das Buch im letzten Jahr in der Verlagsvorschau sah, sprach mich zuerst einmal die Kurzbeschreibung an. Das Cover eher weniger. Ich bin halt eine typische Quietschfarben – Fraktionistin. :-)

Auf den ersten Seiten wusste ich aber bereits, dass es richtig war sich für dieses Buch zu entscheiden, denn Heike Abidis Schreibstil ist so vielfältig und witzig, dass ich mich nicht nur super wohl in ihrer Geschichte fühlte, sondern mich regelrecht mitreißen ließ. Ich hatte sogar manchmal ein bisschen das Gefühl die Autorin kennt mich. Sehr gut sogar!

Ihre Hauptfigur Friederike mochte ich sofort. Sie ist erfrischend ehrlich zu sich selbst. Und da endet die Ehrlichkeit auch schon, denn zu allen anderen ist sie eher verschlossen was die Wahrheit betrifft. Es sei ihr an dieser Stelle verziehen, dass sie im eigentlichen Sinne nicht lügt, sondern nur die Wahrheit verschweigt, denn täte sie es würde es nicht das eine oder andere Missverständnis geben! Ich sage nur: Rüdiger. :-)
Friederike manövriert sich jedenfalls immer weiter in ein Lügengeflecht. Oder besser gesagt verstrickt, denn mit einem zweiten Blick auf das Cover stelle ich nun fest, dass der Inhalt PERFEKT zum Cover passt bzw. umgekehrt. Besser hätte man es nicht machen können.

Schlussendlich begeisterte mich “Wahrheit wird völlig überbewertet” nicht nur durch den Inhalt, den Schreibstil und die Figuren, sondern auch, weil alles so wunderbar zusammenpasste.
Heike Abidi hat einen riesigen Wortschatz, der von humorvoll über einfühlsam bis hin zu schonungslos ehrlich reicht.

Fazit: “Wahrheit wird völlig überbewertet” ist UNGELOGEN amüsante Unterhaltung die ich sehr gerne weiterempfehle!
© Ricarda Ohligschläger

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Buchmesse Tag 1

Mein Abenteuer “Frankfurter Buchmesse” begann dieses Jahr ziemlich früh. Um genauer zu sein am Donnerstag um 05:00 Uhr, denn da klingelte mein Wecker. Normalerweise bin ich eher der Typ Morgenmuffel, aber an diesem Tag sprang ich regelrecht aus dem Bett. Eine Dusche und eine halbe Tasse Kaffee brachten mich zusätzlich auf Trab.

Gegen 06:00 Uhr fuhr mein Mann mich nach Köln zum Hauptbahnhof, wo mich als allererstes der wunderschön angestrahlte Dom erwartete. Da wir noch etwas Zeit hatten und es außerdem sehr kalt war, hielten wir uns kurz vor meinem Gleis im unteren Bereich des Bahnhofs auf, wo bereits geschäftiges Treiben herrschte.

Pünktlich um 06:53 Uhr bewegte sich mich mein Zug in Richtung Mainz, wo ich in einen anderen Zug umsteigen musste, der mich dann endlich nach Frankfurt brachte. Mein Sitznachbar war ein freier Lektor, mit dem ich direkt angeregt über die Messe, Verlage etc. erzählte.

Dort erwartete mich meine “Herbergsmutter” Karin, die mich fortan immer auf den richtigen Weg brachte, was ihr später auch einen Spitznamen einbrachte.

Ich kann den Moment nicht beschreiben, als ich dann in den “heiligen Hallen” ankam. Da ich im letzten Jahr aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte, genoss ich dieses Gefühl in vollen Zügen. Klar war ich direkt etwas “erschlagen” von den vielen Eindrücken und ich nahm die ersten Minuten gar nicht richtig wahr, aber ich wusste HIER gehörst du hin!
Wo ich nicht hingehörte war die Herrentoilette, wohin ich mich fälschlicherweise verirrt hatte, aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht hoch erhobenen Hauptes und mit dem Satz “Sie haben mich einfach nicht gesehen!” wieder dort hinaus spaziert wäre. :-)

Halle 3.0 war die erste Anlaufstelle und wir machten unseren ersten kurzen Rundgang, denn bereits um 10:00 Uhr war ich mit Krimiautorin Elke Pistor verabredet. Als sie wenig später kam war ich etwas abgelenkt, denn Elke hatte eine tolle rote Handtasche unter dem Arm. Die wichtigen Fakten unseres Gesprächs habe ich mir trotzdem gemerkt und auch, dass Elke später noch bei Emons am Stand ist. Dummerweise hatte ich zeitgleich einen anderen Termin. (Aber es wird ein Wiedersehen mit Elke geben und zwar in einem ganz besonderen Rahmen. Dazu in 2013 mehr.)

Zur selben Zeit trudelte auch Claudia von “Claudia Bücherregal” ein und kurz darauf kam vervollständigte Petra Schier unser kleines aber feines Treffen, was wir vorher bei Facebook angekündigt hatten. Es wurden natürlich Fotos gemacht und Claudia hatte ein kleines Büchlein dabei, wo sie sich von den Autoren ein paar liebe Worte hat reinschreiben lassen. Petra musste uns kurz darauf leider verlassen, aber plötzlich kam Alexandra Zylenas dazu. Gemeinsam sahen wir uns die Lesung von Krystyna Kuhn aus “Das Tal” an.

Im Anschluss an die Lesung hatte ich ein bisschen Luft und zog quer über die Messe. Im Nachhinein war das die “Ruhe vor dem Sturm”, denn im Laufe des Tages traf ich so viele Autorinnen und Buchblogger, dass ich besser eine kleine Meditationspause eingelegt hätte. Es wurde ein großartiger Tag!

Ich hatte ein sehr nettes Gespräch über Bücher, Wohnzimmerlesungen und Autoren mit Constanze Adolph von der Agentur für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit “Buchcontact“, die in Freiburg und Berlin als “Kontaktschmiede” zwischen Verlagen und Autoren agieren.
Ich traf bei “Lübbe” auf Eva Völler, Petra Schier und Britta Sabbag, wo wir gemeinsam dem bunten Treiben rund um Sonya Kraus, Bernhard Hoecker, Sky Du Mont und Lothar Matthäus zu sahen.

Danach zog es mich zu “Heyne“, wo ich ein kurzes aber sehr herzliches Treffen mit Sina Beerwald hatte. Auch Claudia war dort wieder vor Ort und ich muss zugeben, dass ich ohne sie Sina nicht gefunden hätte, denn normalerweise habe ich ein wunderbares “Gesichtergedächtnis”, aber bei Sina verließ es mich, was aber (und das betone ich!) nicht an Sina liegt. Claudia stand glücklicherweise bei ihr und füllte damit blitzschnell meine Erinnerungslücke. Auf jeden Fall freue ich mich jetzt noch mehr auf die Leserunde mit Sina und ihrem Buch “Hypnose“.

Wiebke Lorenz kam ebenso dazu und als Claudia mit ihr Fotos machen ging, konnte ich mich quasi revanchieren, denn Claudia ließ ihr Büchlein liegen (ihr erinnert euch?). Ich konnte mich als “Retter in der Not” erweisen und nahm es mit.
Wer sich das mit den Fotos als trockene Angelegenheit vorstellt irrt! Wir hatten zusammen viel Spaß und es war einmal mehr eine tolle Begegnung mit Wiebke, der ich an dieser Stelle ganz persönlich für ihr grandioses Buch “Alles muss versteckt sein” danken konnte.

Mittlerweile waren auch Wulf Dorn und Paul Cleave eingetroffen. Ich liebe die Bücher von Wulf Dorn und muss mir für das nächste Jahr (falls er denn dann vor Ort ist) unbedingt mal vornehmen mit ihm ein kurzes Gespräch zu führen. Manchmal schüchtern mich die großartigen Autoren nämlich ein. Aber immerhin habe ich es fertig gebracht ihm für das Foto zu danken, für das er ganz spontan in die Kamera strahlte.

Beim “Diana” – Verlag war zur selben Zeit Kate Morton zu Gast und ich behaupte jetzt einfach mal, dass sie definitiv auch als Model eine großartige Karriere machen könnte. Sie live zu sehen ist schon ein bisschen “Wow”.

Mittlerweile war Karin wieder an meiner Seite. Sie musste mich kurzzeitig verlassen, da sie einen anderen Termin hatte, aber Karin, spätestens wenn du diesen Bericht hier liest weißt du, dass ich mich gut unterhalten habe. Und vor allen Dingen bin ich nicht verloren gegangen.

Verloren ging mir allerdings Zoë Beck mit der ich anschließend eigentlich ein Treffen vereinbart hatte. Da sie aber leider nicht kam, zog es mich und Karin zu “Droemer” in Halle 3.1. Auf dem Weg dorthin kam ich zum xten Mal bei “Rowohlt” vorbei, wo ich die Gelegenheit nutzte mit Petra Hammesfahr zu sprechen.  Was mich besonders freute war, dass sie sich immer noch an meine Rezension zu “Die Schuldlosen” erinnern konnte und sich dafür bei mir bedankte. Vielleicht ergibt sich ein Wiedersehen mit Petra Hammesfahr in 2013. Ich möchte jedoch an dieser Stelle nicht zu viel versprechen!

Kaum dort angekommen klingelte mein Telefon und eine aufgeregte Zoë Beck fragte wo ich wäre. Es stellte sich dann heraus, dass wir eine unterschiedliche Treffpunktzeit notiert hatten. Meine Telefonnummer hatte Zoë irgendwie über Elke Pistor bekommen und so kam es dann schlussendlich doch noch zu einem Treffen.
Dieses Treffen war der krönende Abschluss eines phänomenalen ersten Messetages.

Nach eineinhalb Stunden plaudern und dem Gong, der uns an die Schließung der Messe erinnerte trennten wir uns. Karin und ich machten uns dann auf den Heimweg, wo wir den Tag mit Spaghetti Bolognese und einer großen Tasse Tee ausklingen ließen.
(Tipp- und Kommafehler sind beabsichtigt und ein Zeichen meiner außerordentlichen Kreativität!)

Die Fotos der Autorentreffen könnt ihr auf meiner Herzgedanke – Fanseite sehen.
© Ricarda Ohligschläger

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In den frühen Morgenstunden treibt eine bizarr leuchtende Leiche im Rhein. Ein zitternder Angler gesteht Kommissar Jan Seidel, dass er den toten Mann am Haken hatte. Die beiden kannten sich. Nur ein grausamer Zufall? Und während Kommissar Jan Seidel aus Königswinter den Täter sucht, ist seine Großmutter Edith Herzberger, die rheinische Miss Marple, ihrem Enkel bereits  einen entscheidenden Schritt voraus …(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de

Vorweg muss ich eines loswerden: Dieser Kriminalroman enthält den lebendigsten Prolog bzw. Epilog, den ich je in einem Krimi las.
Den Rhein in dieser Form darzustellen und ihm somit ein Gesicht zu geben – auf die Idee muss erst einmal einer kommen. 

Damit ist es natürlich nicht genug, denn zwischen Prolog und Epilog liegt immer noch ein Roman. Und zwar einer, der die Beschreibung düster uneingeschränkt verdient hat. Der Schreibstil ist nüchtern und schnörkellos, und konzentriert sich lediglich auf Fakten, die dem Leser Spannung und die für einen Kriminalroman nicht unwesentliche Verwirrung liefern. Schon nach kurzer Zeit fährt das Gedankenkarussell mit der Frage seine Runden, wer dann nun und warum. Drumherum konstruiert Judith Merchant ein Gerüst aus dunkler Vergangenheit, Panikattacken und heimlicher Affäre.

Ihren Figuren gibt die Autorin mehr als ein Gesicht. So neigt die überfürsorgliche Mutter zu Zwängen, die krampfhaft die heile Welt aufrecht erhalten sollen.
Allesamt sind die Charaktere gut ausgefeilt und stimmig. Amüsiert habe ich mich derweil über die Oma des Ermittlers, die mit ihrem Spürsinn im wahrsten Sinne des Wortes offene Türen einrannte.

Fazit: Ihr Schreibtalent kann Judith Merchant nicht verleugnen. Die Story ist authentisch, nachvollziehbar und bis zum Ende hin spannend. Wer einen düsteren und undurchsichtigen Kriminalroman sucht, ist mit “Loreley singt nicht mehr” bestens bedient.
© Ricarda Ohligschläger
© Cover www.droemer-knaur.de

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Vor den Augen der Weltöffentlichkeit wird der indische Kulturattaché mitten auf dem Marktplatz zu Schwäbisch Hall entführt. Siegfried Seifferheld, Kommissar a. D., kennt die Hintergründe, und während die Exekutive noch im Dunkeln tappt, ermittelt Seifferheld mit Gehhilfe und Gefahrhund undercover in einem ”Indisch Kochen leicht gemacht”-Kurs. Währenddessen tobt in seiner Familie wieder einmal das Chaos: Seine Freundin MaC ist wutentbrannt ausgezogen, dafür ist seine Schwester Irmgard, auch genannt der General, wieder bei ihm in die Untere Herrengasse eingezogen. Und der heimliche Sticker Seifferheld erhält sogar eine eigene Radiosendung, in der er als Stickexperte mit Rat und Tat berät …(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)

Bollywood – Schönheiten, Tantramassage, chinesische Wonneproppen und in Extase getrommelte Pfarrer, mitten in Afrika.Tatjana Kruse bekommt sie alle unter einen Hut!

Schon in der Rezension zu “Nadel, Faden, Hackebeil” habe ich erwähnt, dass mir Tatjana Kruse mit ihrem Kommissar Seifferheld richtig Spaß bereitet hat. In diesem Fall geht es jedoch noch kurioser zu.

Dabei bleibt der eigentliche Fall nicht weniger interessant, gerät aber doch zuweilen in den Hintergrund, was jedoch nicht weiter stört, denn Irmgard, Seifferheld selbst, die kasachische Putzfrau und der Rest der Familie sorgen für so viel Trubel, dass man zwischendurch gerne vergisst hier keine Komödie zu lesen, sondern einen Krimi.

Tatjana Kruse versteht es Humor, Spürsinn und Spannung so ineinanderzufügen, dass man regelrecht süchtig wird nach Schwäbisch Hall und Siegfried Seifferheld.

Bravo!
© Ricarda Ohligschläger

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Selten habe ich bei einem Krimi so gelacht wie bei ”Nadel, Faden, Hackebeil”

Hauptkommissar a.D. Siggi Seifferheld greift erneut im idyllischen Schwäbisch Hall der Polizei unter die Arme. Der Landtagsabgeordnete Lambert von Bellingen wird bei einer Wahlveranstaltung ermordet auf einer Herrentoilette gefunden. Die Polizei geht von einem politisch motivierten Verbrechen aus. Seifferheld jedoch verfolgt eine andere Fährte. Und so schnüffelt der Kommissar im Unruhestand ein wenig im Privatleben des Toten herum und findet heraus, dass der Politiker eine Affäre mit der ortsansässigen Souvenirladenbesitzerin hatte.Um mit der Dame ins Gespräch zu kommen, will Seifferheld ihr seine Stickkissen zum Kommissionskauf anbieten. Doch als er den Laden betritt, entdeckt er sie mit zertrümmertem Gesicht hinter der Theke. (Kurzbeschreibung laut http://www.amazon.de)

Vorweg muss ich eins erwähnen: Selten habe ich bei einem Krimi so gelacht wie bei ”Nadel, Faden, Hackebeil”

Zur Leseprobe

Der Grund liegt unüberlesbar auf der Hand. Tatjana Kruse zündet eine Pointe nach der anderen und hat ein unglaubliches Talent für Wortspiele jeglicher Art! Nicht nur ihre unverwechselbaren Kapitelüberschriften, sondern auch die fast schon kunstvoll geschliffenen Sätze haben es in sich.

Ihre skurrilen Figuren übertreffen sich gegenseitig in liebenswerten und außergewöhnlichen Charaktereigenschaften, und sind prädestiniert für Fettnäpfchen abwechslungsreicher Variation.

Doch nicht nur mit ihrem Wortwitz und ihren liebevoll  gestalteten Figuren glänzt Tatjana Kruse, sondern auch mit ihrer Krimihandlung an sich. Dabei verliert sie jedoch nie den Handlungsfaden oder vernachlässigt die Spannung. Da wird gemordet, betrogen und natürlich wachsam ermittelt. Star der Schnüffeleien ist der sich im Ruhestand befindliche Kommissar Seifferheld, der dem ganzen nicht nur durch sein außergewöhnliches Hobby und seine unglücklich getimten Frauenbekanntschaften für beste Unterhaltung sorgt!!

Ich hatte richtig viel Spaß mit Seifferheld und lasse mich direkt im Anschluss an diese Rezension auf den Folgeband ”Finger, Hut und Teufelsbrut” ein.
© Ricarda Ohligschläger

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