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Archiv für die Kategorie ‘Rezensionen Krimis/Thriller’

 

Im ersten Schnee des Winters steht eine junge Frau auf einer Eisenbrücke hoch über der Höllentalklamm. Sie ist fest entschlossen, sich in die Tiefe zu stürzen. Roman Jäger, Mitglied der Bergwacht, versucht noch sie aufzuhalten, doch vergeblich. Was ihm bleibt, ist ihr letzter Blick – ein Blick voll entsetzlicher Angst, der ihn bis in seine Träume verfolgt. Er macht sich daran, die Hintergründe dieses Selbstmords herauszufinden. Und stößt auf ein schreckliches Geheimnis, das sein Leben für immer verändern wird … (Kurzbeschreibung der Originalausgabe)

Höllental” heißt der neue Roman von Andreas Winkelmann und verspricht laut Kurzbeschreibung wieder einmal mehr eine rasante und thrillige Story. Ich bin hin- und hergerissen, wie ich das Buch letzten Endes bewerten soll.
Einerseits ist Winkelmanns Schreibstil erneut packend und spannend, aber leider nicht durchweg und andere Bücher des Autors haben mich bei Weitem mehr gefesselt.
Dieses Mal überrascht er zum Finale zusätzlich mit einer unvorhersehbaren Wendung, die zeigt, dass man sehr(!) aufpassen sollte wen man zum Freund hat. DAS widerum ist mir persönlich einen Pluspunkt wert.

Die Charaktere sind vielschichtig und realistisch beschrieben. Verletzlich, brutal, voller Selbstzweifel und hinterlistig – die Abwechslung ist groß. Dadurch lebt nicht nur die Handlung, sondern auch das Kopfkino.
Winkelmann beschreibt die Szene des Selbstmords eindringlich, bedrohlich und voller Dramatik und glänzt später in den brutalen Sequenzen des Thrillers erneut gekonnt durch seine Fähigkeit mir allein beim Lesen seiner Worte Schmerzen zu bereiten.

Schlussendlich vergebe ich vier Punkte, weil es mir ab und an ein bisschen an Spannung fehlte. Trotzdem sollte kein Thrillerfan an “Höllental” vorbeigehen!
© Ricarda Ohligschläger

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Oh, ja! Sebastian Fitzek hat es mal wieder geschafft mir das Grauen zu lehren.

Mittlerweile ist der in Berlin lebende Thrillerautor weit über die Grenzen Deutschlands bekannt und hat sich mit Büchern wie “Der Augensammler” an die Spitze der Bestsellerlisten geschrieben.

Sein Steckenpferd sind eindeutig falsche Fährten und mehrere Handlungsstränge, die er gekonnt in einem rasanten Showdown zusammenlaufen lässt. So auch in “Abgeschnitten“, welches meiner Meinung nach ein absoluter Pageturner ist. Dieses Mal hat sich Fitzek nämlich zusätzlich Verstärkung von Michael Tsokos geholt, einem Rechtsmediziner, dessen neues Buch “Die Klaviatur des Todes” im März erscheint.

Hauptfigur in “Abgeschnitten” Paul Herzfeld, dessen Tochter Hannah entführt wird. Davon erfährt Herzfeld bei der Obduktion einer Leiche, in der er eine Botschaft findet. Es entwickelt sich eine  rasante Suche nach weiteren Spuren, die schlussendlich nach Helgoland führt. Dort ist die Comiczeichnerin Linda von der Außenwelt “Abgeschnitten” und bekommt von Herzfeld per Telefon den Auftrag eine Leiche zu obduzieren.
Diese Obduktion ist nichts für schwache Nerven, denn hier wird jedes noch so kleine Detail beschrieben und man muss schon hart gesotten sein, um das auszuhalten!

Nicht nur Linda, sondern auch dem Leser wird hier einiges abverlangt. Doch während der Leserschaft kurze Atempausen durch perspektivische Wechsel in den einzelnen Kapiteln bleiben, wartet auf Linda schon die nächste Bedrohung…

Fitzek und Tsokos treiben es mit ihren falschen Fährten und Cliffhangern fast schon auf die Spitze und liefern damit einen grandiosen Thriller! Wer noch nie einen Thriller von Sebastian Fitzek gelesen hat, hat spätestens nach “Abgeschnitten” das sprichwörtliche Blut geleckt!
© Ricarda Ohligschläger

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Er kam im Sommer. Völlig überraschend. Aber er war kein Mensch, er war ein Ungeheuer.

Als Raffael erwacht, sind sein Bett und seine Sachen voller Blut. Er gerät in Panik, denn ihm fehlt jegliche Erinnerung an die vergangene Nacht. Es gelingt ihm nicht herauszufinden, was passiert ist, aber wenn er getrunken hat, weiß er nicht mehr, was er tut. Mordet vielleicht, ohne es zu wissen.

Von seinen Eltern, die in der Toskana leben, fühlt er sich verraten und verlassen. Die beiden führen ein glückliches Leben und ahnen nicht, dass er in ihrer Nähe ist und sie längst im Visier hat …
(Quelle: http://www.randomhouse.de/heyne)

Sabine Thiesler ist dafür bekannt unheimlich gute Thriller zu schreiben. Thriller, die unter die Haut gehen und von der ersten Seite an eine bedrückende und finstere Stimmung verursachen.

Bewusstlos” steht den bisherigen Thrillern der Erfolgsautorin in Nichts nach. Mit ihrer Hauptfigur Raffael hat sie jemanden erschaffen, der mir selbst bei Tageslicht ein unbändiges Gefühl der Bedrohung gab. Undurchsichtig, unberechenbar, böse und voll abgrundtiefem Hass – Raffael spinnt daraus ein Netz, was im ersten Teil des Buches nach und nach zum Verhängnis für seine alte Vermieterin Lilo wird.

Dann wechselt der Schauplatz von Berlin in die sonnige Toskana, doch für eine Familie ziehen schnell dunkle Wolken auf – und zwar für Raffaels Familie. Seine Eltern haben sich hier eine neue Existenz aufgebaut und erfolgreich die Schatten der Vergangenheit hinter sich gebracht. Doch Raffael bringt das Unheil über das Castelletto Sovrano, das seine Eltern mühevoll aufgebaut haben.

“Bewusstlos” überzeugt mich vollends, auch wenn es mir am Ende ein bisschen zu viel Tempo war und ein paar Fragen hinsichtlich der Aufklärung offen bleiben. Der Schreibstil der Autorin, ihr Talent Figuren zum Leben und eine bedrohliche Atmosphäre zu erschaffen überwiegen in diesem Buch ganz klar.
© Ricarda Ohligschläger

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Ein Mörder mit einem perfiden Plan, eine junge Frau auf Abwegen und ein Kommissar im Rollstuhl: der erste Fall für die Zuckers!
War es wirklich ein Unfall? Die 17-jährige Julia, monatelang vermisst, wird plötzlich tot am Kölner Rheinufer angespült. Gerichtszeichnerin Marie Zucker lässt das Ganze keine Ruhe denn ihr Cousin Ben war mit der Toten befreundet, und jetzt scheint ihn ihr Tod kaltzulassen. Marie bittet ihren Mann Daniel um Hilfe, einen Kriminalkommissar, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist. Doch er zögert, wieder in den aktiven Dienst zurückzukehren, und zwingt sie so, zunächst auf eigene Faust ermitteln. Sie findet heraus, dass Ben seit Wochen bedroht und verfolgt wird. Und dann taucht die nächste grausam entstellte Leiche auf. Ist Marie dem Mörder etwa den entscheidenden Schritt zu nahe gekommen?
(Kurzbeschreibung laut http://www.amazon.de)

Leiden sollst du” ist der Auftakt zu einer neuen Thrillerserie aus dem MIRA – Taschenbuch – Verlag. Hauptfiguren der Serie sind laut Buch “zwei unkonventionelle Ermittler mit Kultpotenzial”. Solche Zeilen machen natürlich immer besonders neugierig und ich war gespannt, ob sie dieser Behauptung auch gerecht werden können.

Marie Zucker ist Gerichtszeichnerin und hauptberufliche Kostümbildnerin am “Musical Dome” in Köln. Ihre zierliche Gestalt lässt sie zerbrechlich erscheinen, doch in ihr steckt eine unermüdliche Kraft und eine große Portion Durchhaltevermögen das seinesgleichen sucht.
Marie Zucker hat eine schreckliche und lieblose Kindheit hinter sich, die immer wieder in kleinen Sequenzen angedeutet wird.

Ihr zur Seite steht – oder sollte ich besser sagen sitzt? – ihr Mann Daniel Zucker, der nach einem Unfall im Klettergarten an den Rollstuhl gefesselt ist. Daniel kämpft zu Beginn noch arg mit sich selbst und hat große Schwierigkeiten sich in seinem Leben als Querschnittsgelähmter zurecht zu finden. Daniel ist Hauptkommissar in Köln und hat seinen Job eigentlich schon an den Nagel gehangen.

Doch dann wird lang vermisste die Freundin von Maries Cousin Ben – Julia – tot am Kölner Rheinufer angespült. Marie bittet Daniel daraufhin um Mithilfe, denn sie glaubt von Anfang an nicht an einen Unfall. Und so nach und nach wird Daniels Ehrgeiz wieder zu neuen Leben erweckt…

Mehr möchte ich jetzt nicht auf die Figuren eingehen. Was ich aber bestätigen kann ist, dass die beiden wirklich(!) unkonventionell sind und sie heben sich in einem ganz besonders von anderen fiktiven Ermittlern ab: sie haben eine intakte Ehe! Ich habe bisher einiges an Thrillern, Krimis etc. gelesen und da sind mir so manche verkorkte Kommissare  unter gekommen. Diese beiden hier (wobei es eigentlich nur ein Kommissar ist) haben zwar aufgrund Daniels Unfalls einige Hürden zu überwinden, finden aber nach und nach wieder die Nähe zueinander.
Natürlich steht das nicht im Vordergrund des Thrillers, sondern es ist geschickt mit in die Handlung eingefädelt, sodass das Hauptthema – die Ermittlungsarbeit – im Vordergrund bleibt.

Und die ist in großen Teilen spannend! Ben hat sich nämlich auf ein makabres Spiel mit dem undurchsichtigen GeoGod eingelassen: mittels Geocaching fordert dieser Ben zu immer neuen Herausforderungen. Der Haken dabei: erfolglose Suchen werden hart bestraft und das bleibt nicht ohne Folgen für Bens Familienmitglieder.

Mit diesem Wissen führt Laura Wulff ihre Leser immer und immer wieder auf eine falsche Fährte und macht die Suche nach GeoGod abwechslungsreich und interessant. Auch der Plot ist gut durchdacht und sehr außergewöhnlich!

Einzig die Auflösung rund um den Tod der jungen Frau, klitzekleine “Spannungsdurchhänger” und ab und an der Schreibstil sind das was ich zu “meckern” hätte.

Trotzdem empfehle ich diesen Thriller aber mit voller Überzeugung an meine Blogleser weiter, denn außer den oben genannten Punkten fehlt diesem Thriller nichts. Außer eventuell einer Fortsetzung und diese folgt in einigen Monaten.

Und darauf bin ich sehr(!) gespannt.
© Ricarda Ohligschläger

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Traue niemandem

Ein eiskalter Mord im Freundeskreis. Die Journalistin Inka Mayer hat Zweifel am Geständnis ihrer Freundin Annabel. Inka hegt den Verdacht, dass Annabel das Opfer eines Klinikleiters ist, der unter Hypnose Experimente an ahnungslosen Patienten durchführt – und bei dem sie beide in Behandlung sind. Oder ist Hypnose so harmlos, wie er sie glauben machen will? Irgendwer hat es auch auf die Journalistin abgesehen. Ein Spiel um freien Willen, Wirklichkeit und Paranoia beginnt. Ein Spiel auf Leben und Tod.
(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)

Es gibt so Bücher von denen man im Vorfeld so viel Gutes hört, dass man sich solche „Schmankerl“ für ganz besondere Momente aufbewahrt.
Hypnose“ ist so ein Buch, von dem ich seit Wochen die Rezensionen verfolg(t)e und das ich mir speziell für meine ganz persönlichen „Weihnachtskrimitage“ aufgehoben habe.

Sina Beerwald hat sich bisher mit historischen Romane wie beispielsweise „Die Goldschmiedin“ oder „Das Mädchen und der Leibarzt“ einen Namen als Autorin gemacht und eröffnet mit „Hypnose“ eine atemberaubende neue Thrillerserie. Man darf gespannt sein, denn vorliegender Thriller hat es in sich.

Die Handlung möchte ich hier nicht näher erläutern, weil man dabei sehr aufpassen muss nicht zu viel zu verraten und die oben stehende Kurzbeschreibung sollte ausreichen, um das Interesse beim Leser zu erwecken. Vielmehr möchte ich Schreibstil und Plot loben, der an Spannung kaum zu übertreffen ist. Die allgegenwärtige Frage ist, wem man in diesem hochbrisanten Verwirrspiel trauen kann und wem nicht. Ist der Therapeut gut oder böse? Und was hat der Ehemann für Geheimnisse?
Man kann sich diesen Fragen nicht entziehen und stürzt regelrecht von Kapitel zu Kapitel um Licht ins Dunkel zu bringen.

An manchen Stellen mag „Hypnose“ etwas zu übertrieben wirken und „übers Ziel hinaus“, aber für mich ist es genau das, was diesen Thriller ausmacht. Er ist so unvorstellbar perfide und genau dort liegt sein Reiz!

Mich hat Sina Beerwald vollends überzeugen können und mir mit „Hypnose“ mehr als eine Gänsehaut bereitet.
© Ricarda Ohligschläger

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